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Erfolgsgeschichten

Für schwere Jungs: Interview mit Barbell Rocker

Von Lesedauer: 6 Minuten

Seit November 2015 betreibt Andre Grünhoff seinen Shop Barbell Rocker. Der Store richtet sich an die Crossfit- und Bodybuilder-Community. Und das ziemlich erfolgreich: Bislang gingen mehr als 650 Bestellungen ein.

Der Großteil seiner Kunden wohnt in Deutschland, doch finden die Barbell Rocker-Designs ihre Abnehmer u.a. in den USA, Österreich, Frankreich und sogar in Japan. Wir sprachen mit Andre über die Entstehungsgeschichte seines Stores, seine Erfahrungen im E-Commerce und die Nische, die er sich ausgesucht hat.

Unser Gespräch wurde in der Länge und für Prägnanz geringfügig überarbeitet.

Vom Hobby zum (Neben)Beruf

Bevor Barbell Rocker gegründet wurde, hatte Andre schon Vieles im Textilbereich gemacht. Sein erstes Unternehmen gründete der Düsseldorfer bereits 2006 und erzählt: „Es war damals noch eine ganz andere Zeit, vor allem in Deutschland, wo das Dienstleistungsgewerbe sehr konservativ ist, vor allem im Printbereich. Damals gab es On-Demand-Print schon, aber es war einfach nicht zu gebrauchen. Mit Lagerware und hohen Anfangsinvestitionen arbeiten zu müssen mindert einfach die Agilität“.

Daher stand für ihn fest: „Als Barbell Rocker gegründet wurde, wollte ich ein möglichst agiles System haben, sowohl shop- als auch druckseitig. Printful bietet höchstmögliche Automatisierung und das ist wichtig bei einem Nebengewerbe. … Das nimmt einem extrem viel Arbeit ab und man kann sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren“.

Aktuell betreibt Andre Barbell Rocker neben seiner Hauptbeschäftigung, doch das könnte sich bald ändern: „Wir haben den Shop mit einem Freund gegründet, doch er ist jetzt nicht mehr dabei. Ich bin jetzt seit offiziell 2 Monaten selbständig und zukünftig soll der Fokus mehr darauf liegen“.

Doch seine Arbeit und sein „Hobby“ gehen bislang auch schon ineinander über, denn hauptberuflich beschäfigt Andre seine Beratungsfirma ICHMIRMICH, die im E-Commerce tätig ist. Der Schwerpunkt liegt auf Shopify und Brand building – wie könnte es auch anders sein.

Seine Nische finden

Doch wie es überhaupt dazu kam, dass Andre seinen Store eröffnet hat? Wie so häufig im Leben, hatte dies mit persönlichen Interessen zu tun: „Ich habe damals selber Crossfit gemacht, es waren die Anfänge des Sports. Es gab weniger Brands auf dem Markt, eigentlich nur Reebok, welche einen Lizenzvertrag mit Crossfit.com haben. Doch die Sachen haben mir persönlich überhaupt nicht zugesagt“. Und so begann die Geschichte von Barbell Rocker.

Crossfiter-Markus-Schmidt

Der Crossfiter Markus Schmidt mit einem Barbell Rocker-Design

Eine von Andres Ratschlägen für alle E-Commerce-Neulinge ist seine eigene Nische zu finden. Er selber hat sein Geschäft mit Crossfit begonnen und mit der Zeit aufgefächert. Zurzeit gehören zu seiner Zielgruppe auch klassische Fitnessstudiogänger und Gewichtheber. Und viel mehr sollen es auch nicht werden, denn Andre warnt davor, die eigene Marke nicht zu stark zu verwässern. Also Vorsicht bei der Erweiterung der Zielgruppe.

Und nicht zuletzt findet er, dass man authentisch bleiben sollte, in dem was man tut, denn „alles dreht sich um Content. Und damit sollte man sich auskennen“.

Sich von der Konkurrenz differenzieren

Seine Zielgruppe zu finden, ist die eine Sache, aber was ist, wenn es ähnliche Produkte wie Sand am Meer gibt?

Im Fall von Barbell Rocker sieht Andre die kleine Nische als „Fluch und Segen zugleich“. Um sich von seinen Wettbewerbern zu unterscheiden, setzt er auf klares Branding, schwarz-weiße Designs mit roten Akzenten sowie derbe Motive wie z.B. Totenköpfe.

Barbell-Rocker-Instagram

Mit Produkten experimentieren

Das am meisten verkaufte Produkt bei Barbell Rocker ist ein T-Shirt aus dem zweiten Drop. Dennoch rät Andre ständig mit neuen Produkten zu experimentieren, was auch zu den Vorteilen von Print-On-Demand zählt. Denn: „Die Geschmäcker sind verschieden, also viel ausprobieren und analysieren und nicht auf persönlichem Geschmack beharren“.

Er selber bringt neue Produkte zweimal im Monat heraus, zu festen Zeiten, damit die Kunden schon darauf warten können.

Was laut Andre ebenfalls gut funktioniert, sind Limited editions, da sie Dringlichkeit erzeugen und zu schnelleren Kaufentscheidungen führen.

Automatisierung spart Zeit

Wenn man Andre nach dem erforderlichen Zeitaufwand für ein E-Commerce-Business fragt, führt er diesen darauf zurück, was für einen Hintergrund man hat und welche Erfahrungen man bereits sammeln konnte.

Andres eigener Hintergrund jedenfalls scheint für das Print-On-Demand-Business wie perfekt geschaffen: „Ich habe BWL und Mediendesign studiert sowie viele Jahre im Marketing gearbeitet und war schon immer ein Hybrid“. Über die Jahre hat er Erfahrung im E-Commerce gesammelt und kennt alle Seiten des Geschäftes. „Ich kann alles selber machen: Selbst designen, ein wenig programmieren. Ich habe ein extrem gutes Netzwerk an Designern, die schnell und zuverlässig das gewünschte Design liefern können“.

„Für mich ist das [das Betreiben des Shops] ein Aufwand von einem halben Tag pro Woche. Das meiste davon ist Social Media, also Instagram, was der Hauptverkaufskanal ist. Da Inhalte posten, aufbereiten und mit der Community zu schreiben.“

Das Geheimnis scheint bei Andre in der Automatisierung zu liegen: „Sehr viel ist [bei mir] automatisiert: Ich nutze Dienste wie IFTTT oder Zapier, um Inhalte in diversen Kanälen zu verteilen und das E-Mail Marketing beinhaltet z.B. sehr viele Automation-Workflows. Es ist ein initialer Aufwand, den man hat, um so ein ganzes Ökosystem aufzubauen, aber dann läuft sehr viel automatisch bzw. mit überschaubarem Aufwand“.

Seiner Meinung nach ist das Betreiben eines Onlinestores mit Hilfe von Dropshipping „ein interessanter Weg, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich selbständig zu machen“. Wie Andre findet: „Man kann es bequem nebenher machen. Doch es ist wie bei vielen anderen Businesses: Je mehr Du investierst, desto mehr kommt dabei rum“.

Aktivität = Sales

Das Geschäft von Barbell Rocker ist organisch gewachsen, ohne große Werbebudgets und mit relativ überschaubarem zeitlichen Aufwand. Doch in der Zukunft könnte noch Einiges mehr passieren, wenn es nach Andre geht. Denn jetzt soll der Fokus verstärkt auf Barbell Rocker liegen. „Bei Ankündigung neuer Produkte kommt Bewegung, es wird gepostet und die Sales gehen hoch. Wenn man nicht aktiv ist, passiert auch wirklich gar nichts“.

„Man hat die schöne Vorstellung von einem passiven Einkommen. Ich habe einen Job und der läuft von alleine. Aber das ist schon größtenteils Utopie. … Du musst ständig Content produzieren und dran bleiben, sonst kauft keiner etwas. Dafür ist die Konkurrenz einfach viel zu groß“, fasst es Andre zusammen.

Für ihn besteht die meiste Arbeit darin, neue Produkte anzulegen und diese zu bewerben. Dabei lässt er sich soviel wie möglich von der Technologie und der Automatisierung unterstützen.

Produkte zielgruppengerecht bewerben

Und was macht Andre genau, um seine Produkte zu bewerben? Wir haben nachgehakt.

Die gesamte Kommunikation läuft bei Barbell Rocker lediglich auf Englisch. Das hängt stark mit der Zielgruppe zusammen, denn wie Andre sagt, sprechen im Crossfit alle Englisch. Alles, was mit dem Sport zu tun hat, wird aus den USA gesteuert, es gibt keine deutschen Begriffe für die Übungen und Bewegungen.

Am Anfang hatten sich Andre und sein damaliger Geschäftspartner Rene die USA als Zielmarkt ausgesucht. Sie mussten jedoch feststellen, dass es als Nicht-Muttersprachler und Nicht-Amerikaner nicht so einfach ist, dort Fuß zu fassen.

Athleten als Markenbotschafter gewinnen

Für Barbell Rocker hat sich als gute Taktik erwiesen, einheimische Athleten bei der Bewerbung der Marke einzusetzen, in dem man diese mit den eigenen Produkten ausstattet. Da sich ihre Aktivitäten nunmehr auf den deutschen Markt konzentrieren, hat sich die Zusammenarbeit mit Ulrike Glöckner, einer der bekanntesten Crossfiterinnen Deutschlands, für Barbell Rocker bewährt. Weiter kooperieren sie auch mit dem Crossfiter Markus Schmidt und dem Nachwuchs-Bodybuilder Daniel Kliegle. Daneben gibt es immer wieder kleine Kooperationen mit anderen passenden Sportlern, denn wie Andre sagt, läuft im Crossfit „extrem viel über Personen“.

Ulrike-Glöckner-Instagram

Kooperation mit Ulrike Glöckner, einer der bekanntesten Crossfiterinnen Deutschlands

Seine Tipps, um passende Persönlichkeiten für das eigene Unternehmen zu finden, sind das eigene Netzwerk zu nutzen und sich – ganz klassisch – zu informieren: „Wer passt zur Marke und hat die passenden Follower-Zahlen“.

Andre findet, dass die sozialen Medien einen schnellen Einstieg in den Markt verschaffen können. Er selber hat mit Barbell Rocker gute Erfahrungen mit User Generated Content gemacht. Sprich Kunden zu bitten, ihre Fotos mit der Kleidung der Marke einzureichen: „Da freut sich jeder, das teilen zu können“, was sich wiederum positiv auf die Reichweite auswirkt.

Auch unkonventionelle Tools nutzen

Der meiste Traffic kommt bei Barbell Rocker über Instagram, aber sie organisieren auch kleinere Facebook-Kampagnen für ihre Zielgruppe. Was Andre überrascht hat, ist der Erfolg bei Pinterest. „Pinterest wird immer internationaler und größer“, stellt er fest. Seine Posts sind so eingestellt, dass sie automatisch von Instagram in Pinterest übernommen werden. „Wir haben 3.000 Besucher pro Monat von Pinterest – und das ist noch ausbaufähig“, erzählt er.

Auch Retargeting und Push-Benachrichtigungen funktionieren für ihn gut. Und auch wenn die sozialen Medien schneller wachsen als der Newsletter, ist E-Mail nach wie vor ein starker Kanal für die Bewerbung neuer Produkte und automatisierte Nachrichten wie z.B. Geburtstagsgrüße.

Andres Top-Ratschläge für E-Commerce-Beginner

Mit mehr als 650 Bestellungen bislang könnte man Andre einen Printful-Profi nennen. Die beste Gelegenheit also, um sich einige Tipps für alle E-Commerce-Neulinge zu holen.

Wir baten ihn um seine Top-Ratschläge für alle, die mit einem Onlinestore beginnen wollen. Und hier sind sie:

  1. Nische finden, in der man gut ist, sich auskennt und authentisch ist
  2. Nicht zu groß starten
  3. Sich nicht in technische Kleinigkeiten verrennen: Die Kombination von Printful und Shopify ermöglicht schnell auf den Markt zu gehen und zu experimentieren
  4. Im Nebenerwerb starten, nicht alles auf eine Karte setzen

Mit diesen Ratschlägen kann nichts mehr schief gehen, vor allem, wenn man im Hinterkopf Andres anderen Rat behält: Je mehr Zeit man investiert, desto mehr kommt dabei rum.

Welche Erfahrungen hast du mit Print-On-Demand gemacht? Hast du Fragen an Andre? Bitte teile diese in den Kommentaren mit uns!

Besides writing in German, Suvi loves discovering the world with her camera and crafting birthday cards for her loved ones.

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