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Erfolgsgeschichten

Luis Dilger: Sehnsuchtsorte für Zuhause

Von Lesedauer: 4 Minuten

Luis Dilger aus Ravensburg ist seit 10 Jahren sowohl leidenschaftlicher als auch beruflicher Grafikdesigner. Neben der klassischen Arbeit mit Kunden betreibt er außerdem einen Shop, in dem er 3D-Designs bekannter Städte vertreibt. Dabei folgt Luis einer fein ausgearbeiteten Strategie, die ihn von anderen Shops im Kartenmarkt absetzt.

Wir haben uns mit Luis über seinen Hintergrund, Erfahrungen im Verkauf, Strategie und Zukunftsvision unterhalten. 

Unser Gespräch wurde in der Länge und für Prägnanz geringfügig überarbeitet.

Von kleiner Spielerei zur Designer Kollektion

Sein persönliches Projekt 3D-Stadtkarten zu erstellen, hat in 2014 als eine kleine Spielerei begonnen. Zu diesem Zeitpunkt erkannte Luis, dass man die Möglichkeit hat, technische Daten wie beispielsweise Satellitendaten in ein 3D-Programm zu importieren, um so Karten bestimmter Städte zu generieren. In das Programm musste er zunächst Geld und viel Zeit investieren, aber nach einem Jahr entstanden bereits die ersten Karten. 

 Anfangs veröffentlichte der Designer seine Karten auf Kreativ-Plattformen zum Verkauf, allerdings erhoffte er sich dabei nicht wirklich etwas Großes. Doch dann kam alles etwas anders als geplant. Die Betreiber der Plattform wurden auf die Kunstwerke aufmerksam, gaben ihnen mehr Reichweite und machten sie so zu Kassenschlagern. 

„Stadtkarten sind emotional geladen. Ich verkaufe Sehnsuchtsorte von Menschen, die vielleicht in den Orten gelebt, studiert oder Urlaub gemacht haben.”

Luis erkannte früh, dass er seine eigene Nische im Kartenmarkt gefunden hat, da seine Karten exklusiver und detaillierter sind als die anderer Kartographie- und Map-Designer. Die meisten Anbieter arbeiten mit weitverbreiteten Generatoren und 2D-Vektorgrafiken, die nicht so detailliert und individuell sind wie seine 3D-Karten.

London City Map von Luis Dilger

„Jede Stadt ist individuell wie ein Fingerabdruck”, erklärt Luis, „jedes Detail wird manuell kreiert und es stecken viele Stunden Arbeit hinter jeder Karte, um alles hochauflösend sowie Licht und Schatten perfekt darzustellen. Es sind exklusive Karten und es steckt mehr Wertigkeit drin.” 

Gerade einmal ein Jahr später gewinnt Luis für seine Karten den German Design Award. Kurz darauf auch den Iconic Award und weitere internationale Preise, die von alleine auf ihn zukamen. Diese brachten ihn ins Blickfeld vieler bekannter Marken und es folgten Anfragen von Traumkunden wie zum Beispiel Red Bull und Jil Sander. Mit Jil Sander entwickelte er sogar eine Herrenkollektion mit 3 seiner Karten. 

„Mit so etwas hätte ich nie gerechnet!” – Luis Dilger

Exklusivität als Positionierung

Nach einigen turbulenten Jahren mit vielen tollen Erfahrungen und schönen Projekten widmete er sich Anfang 2020 dann seinem eigenen Shop. Da er bisher nur extern verkauft hat, ist bei 100 Verkäufen im Monat viel Provision auf der Strecke geblieben. 

Er beendete die Kooperation mit der externen Künstler-Plattform und erstellte Neuauflagen aller Karten für seinen Shop, die es bisher noch nirgendwo zu kaufen gab. Des Weiteren limitiert er jede Karte auf 100 Exemplare. So erschafft Luis Exklusivität und auch ein wenig Druck. Denn was weg ist, ist weg, dabei ist er sehr konsequent. Hier hat er auch die bewusste Entscheidung getroffen, seine Karten im höheren Preissegment zu verkaufen. „Die Preisstruktur muss sich lohnen,” betont er. Er fing an, Werbung zu schalten und beschäftigte sich selbst mit dem Marketing.

Der eigene Shop lief schnell gut an und ihm ist bewusst, dass dies nur aufgrund der Möglichkeiten, die es heutzutage gibt, möglich war. 

„Es gibt tolle Tools online und Shopify ist super automatisiert mit Printful und ein absolutes Must-have. Man muss sich keine Gedanken mehr machen und kann sich auf das Künstlerische fokussieren.”

Luis ist seit Kurzem zweifacher Vater und konnte sich durch die Selbstständigkeit und dem Online-Shop auch während der Pandemie viel Zeit für die Familie nehmen. „Das ist ein absoluter Luxus und ich bin super dankbar, dieses Privileg zu haben”. 

Retouren gehören dazu, aber sie sind vermeidbar

Mit einer Positionierung im höherem Preissegment kommt natürlich auch der Druck der Kunden perfekte Ware zu liefern. Hier setzt Luis komplett auf das Sprichwort: Der Kunde hat immer Recht!

Sollte ein Kunde mal mit der gelieferten Ware nicht zufrieden sein, nimmt er Retouren an und zahlt den vollen Preis zurück. „Das ist im Online-Markt mittlerweile Standard”, sagt Luis, auch wenn Retouren ärgerlich sind.

Um sicherzugehen, dass so wenig Retouren wie nur möglich reinkommen, hat er deshalb viel Zeit darin investiert, die Website und Beschreibungen zu optimieren, um so wenig offene Fragen und Retouren wie nur möglich zu haben. 

„Am Anfang gab es recht viele Retouren, aber dann habe ich versucht, alles aus der Sicht des Kunden zu sehen. Es gab einige Kunden, die dachten sie würden echte 3D-Drucke erhalten, deshalb wusste ich, wie ich die Beschreibungen dementsprechend nachbessern kann. Das sind einfach Learnings, die man auf dem Weg macht.”

Siehe auch: Printful Richtlinien, die du für deinen Store kopieren kannst

Expansion über den großen Teich

Eine genaue Vision für die Zukunft hat Luis noch nicht: „Mehr in andere Länder verkaufen wäre spannend, weil es sich mit Printful einfach anbietet, auch mal über den großen Teich zu schauen. Das schöne an Stadtkarten ist, dass sie international verständlich sind und nicht angepasst werden müssen.”

Momentan arbeitet Luis an den größten US-Städten und möchte gerne in den nächsten Monaten dort Fuß fassen. „Ich habe mit Printful einen super Partner gefunden. Ich würde alleine nicht nach Amerika expandieren, doch durch euch wird die Abwicklung vor Ort sehr erleichtert.”

„Die eindrucksvolle Skyline von Manhattan war meine erste 3D-Karte” – Luis Dilger

Ansonsten könnte er sich vorstellen, eine Städte-Modelinie wie bereits zum Beispiel mit Jil Sander zu erstellen. Aber hier möchte Luis erst einmal nachforschen, ob es hierfür eine Nachfrage gibt und ob sich dies mit den Postern vertragen würde oder ein neues Projekt wäre. 

Luis’ Tipps für E-Commerce Neueinsteiger

Zwar war der Weg zum eigenen E-Commerce Store für Luis nicht gerade, aber dennoch möchte er mit dir zum Schluss noch seine besten Tipps teilen:

  1. Verkaufen, was jeder macht, führt nicht zum Erfolg.

Eine gewisse Expertise sollte vorhanden sein. Mache gute Arbeit, dann findest du automatisch Leute, denen deine Arbeit gefällt. Positioniere dich richtig in deiner Nische und hebe dich von der Masse ab. 

  1. Mehr anbieten heißt nicht gleich mehr verkaufen. 

Reduziere deine Produktauswahl auf etwas weniger und konzentriere dich auf deine Bestseller. Das ist effektiver, als einen Bauchladen vor sich her zu schieben und alles anzubieten.

  1. Stelle selbst Nachforschungen an, um zu sehen, was funktioniert. 

Die Aufgaben eines eigenen Stores sind zahlreich. Man muss Bilder erstellen, Marketing betreiben, Kundensupport anbieten und sich auf die Dinge konzentrieren, die am meisten zurückbringen. Instagram-Beiträge posten war zum Beispiel absolut nicht effektiv, durch Werbung bestimmte Städte targeten und Werbung schalten für die Leute, die Interesse haben hingegen schon. Eine gute Basis ist ein absolutes Muss. 

Wir hoffen, dass diese Ratschläge jedem den Weg zum eigenen Store erleichtern und inspirieren. Vielen Dank Luis Dilger für das Gespräch und wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Shop!

Hast du ebenfalls Erfahrungen gemacht, die du mit anderen teilen möchtest? Hast du Fragen an Luis? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Lisa ist bei Printful im Content Marketing tätig. Mit einem Studium in International Business und einer Leidenschaft für alles, was mit Social Media und Fotografie zu tun hat, ist sie immer daran interessiert, ihr Wissen mit anderen zu teilen.

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