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Erfolgsgeschichten

Vegan Savage: Das vegane Movement als Herzensprojekt

Von am 31. Oktober 2019 Lesedauer: 7 Minuten

Seit 6 Jahren lebt der Berliner Ferdinand Beck vegan. Und er trägt gerne Mottoshirts. Vor knapp 1,5 Jahren hat er seinen Onlineshop Vegan Savage gegründet, in dem er Kleidung mit veganen Designs anbietet. Wir sprachen mit Ferdinand über seine Lebensaufgabe, die Vorteile der veganen Ernährung bekannter zu machen und damit anderen zu helfen.

Unser Gespräch wurde in der Länge und für Prägnanz geringfügig überarbeitet.

Mission: Durch Wissen zu Wohlbefinden

Seit er sich vegan ernährt, fühlt sich Ferdinand besser: „Vor 6 Jahren habe ich angefangen mich vegan zu ernähren und dadurch viele Vorteile gesehen. Ich bin meine Akne losgeworden, ich habe Muskeln aufgebaut, ich habe mich einfach viel, viel besser gefühlt. Meine Verdauung wurde besser.“

Zunächst hat er seine positiven Erfahrungen mit seinem direkten Umfeld geteilt und viele von den Vorteilen überzeugt. Doch damit hat sich Ferdinand nicht zufrieden gegeben: „Ich habe noch so viele Menschen gesehen, die unter Bedingungen leiden, die nicht sein müssen und wollte mehr und mehr Leute erreichen. Ich habe dann Social Media als das Werkzeug entdeckt, durch das man eben nicht nur sein direktes Umfeld, sondern die Welt erreicht“.

Am liebsten zieht Ferdinand T-Shirts an. Mottoshirts. Doch die verfügbare Auswahl hat ihn nicht überzeugt: „Ich wollte spezielle Shirts, habe aber nie die gefunden, die ich wirklich mochte“ – also hat er angefangen seine eigenen zu gestalten.

„Ich habe gesehen, wie powerful das ist, wenn man [mit Mottoshirts] rumläuft, wie viele Leute einen damit wahrnehmen und einen ansprechen“, erzählt uns Ferdinand.

Er freut sich mit seinen Shirts auch Vorbehalte abbauen zu können, vor allem im Fitnessstudio: „Viele Leute haben Vorurteile: Sie denken [bei Veganen] an mangelernährte, dünne Mädchen und sehen dann mich, muskulösen Mann. Irgendwann ändert sich einfach das Bild im Kopf“.

Viele seiner Freundschaften haben ihren Anfang in spontanen Bekanntschaften, die ihn aufgrund seiner Ernährung und dem sich dazu bekennenden Shirt angesprochen haben. Weil sie sich ebenfalls vegan ernähren oder sich dafür interessieren.

Die anfangs für ihn selber gemachten T-Shirts hat er irgendwann mit seiner Community geteilt. Und ist damit auf Erfolg gestossen. Daraus ist Vegan Savage entstanden – seine Community rund um das vegane Movement.

24/7 für seine Community im Einsatz

Ob er seinen Onlineshop in Vollzeit betreibt oder nebenher macht, wollten wir von Ferdinand wissen. Seine Antwort: „Ich studiere nebenher und mache Social Media full time”.

Seinen Onlineshop betrachtet er eher als ein Herzensprojekt, mit dem er seine Community verbinden kann und das als positiven Nebeneffekt ein wenig Geld einbringt. „Es macht einfach Spaß für seine Freunde den Merch zu haben und wenn man auf Events oder im Public Leute damit sieht“, ergänzt er. „Das sind einfach meine eigenen Klamotten, die ich 24/7 trage“.

Ferdinand unterwegs mit seiner Community

Mit den Social Media beschäftigt sich Ferdinand „den ganzen Tag, von morgens bis abends“, mit Merch(andising) etwa im Durchschnitt eine halbe bis eine Stunde pro Tag, „manchmal mehr, manchmal weniger“.

Der zeitliche Aufwand für den Store verläuft laut Ferdinand in Phasen: „Wenn ich neuen Merch erstelle, mache ich das über mehrere Stunden oder wenn es Komplikationen mit Bestellungen gibt. Manchmal überarbeite ich den Shop, dann sind es auch mal 5-6 Stunden. Manchmal auch gar nichts“.

Nicht immer lassen sich klare Grenzen ziehen, was wozu zählt: Fotoshootings zum Beispiel macht er nicht für Merchandising, kann sie aber auch für deren Bewerbung nutzen.

One-Man-Show mit Unterstützung

Die meiste Arbeit und den ganzen Content macht Ferdinand nach wie vor selber. Seit Kurzem beschäftigt er aber eine Editorin, denn Schneiden für die sozialen Medien nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Auch für umfangreichere Projekte wie seine Vegains-App für IOS und Android arbeitet er mit einem Partner zusammen.

Und bei Kooperationen wie Ask Niko, einem Frage-Antwort-Konzept, das er mit seinem Freund, dem veganen Ernährungsberater Niko Rittenau umsetzt. Einmal die Woche montags beantwortet Niko die Fragen der Follower zum Thema Gesundheit und Ernährung.

Quelle: Vegains DE

Seine Nische finden

Wir wollten wissen, an wen sich Ferdinand richtet, wer seine Zielgruppe ist.

Überraschend niedrig fällt der Anteil an Veganern in seiner Community aus: „50 % oder weniger sind vegan, 50 % ‘vegancurious’, ‘plantbased-curious’ oder interessieren sich einfach dafür“, erklärt uns Ferdinand.

Seine Inhalte werten nicht und widerspiegeln generell Ferdinands Einstellung zum Leben: „Ich heiße jeden willkommen und teile die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung. Ob es jetzt 100 % oder überwiegend pflanzlich ist, ist egal. Jeden Schritt in die Richtung unterstütze ich, das macht schon einen Riesenunterschied. Deswegen folgen mir auch viele, die gar nicht vegan sind. Sogar der überwiegende Teil“.

Durch Spaß zum Erfolg

Sein Store ist von Anfang an erfolgreich gewesen, auch wenn „es natürlich immer Ups & Downs gibt“. Die Verkäufe schnellen in die Höhe, wenn er z.B. einen Rabattcode anbietet oder wenn viele Posts sich viral verbreiten.

Jeden Tag kommen Bestellungen hinein, doch Ferdinand interessiert sich weniger für die Zahlen. „Ich schaue vielleicht manchmal, welche Shirts gekauft werden“. Diese Shirts trägt er dann selber auch mehr oder verschenkt sie Freunden. Welche Designs rauskommen, entscheidet er nach Lust und Laune. Auch seine Freunde oder die Community schlagen neue Shirts-Texte vor. Diese setzt er dann selber mit Illustrator um.

Auf den finanziellen Erfolg hat er es weniger abgesehen: „Das ist eher ein Spaßprojekt, das meiste Geld, das ich damit verdiene, benutze ich, um neuen Merch zu bestellen und um es größer zu machen. Ich promote es nicht aktiv. Mir ist egal wieviel Leute kaufen. Ich sage immer, kauft nur, wenn ihr wirklich wollt“.

Was er stattdessen möchte: „Ich will damit eher ein Movement aufbauen“ und fährt fort: „Ich will nur zufriedene Kunden. Ich weiß, ich könnte viel, viel mehr verdienen, aber da bin ich gar nicht dahinter“.

Sein Geld verdient Ferdinand stattdessen mit digitalen Produkten wie seiner App mit monatlichem Abonnement und seinen 2 Ebooks über Ernährung und Training: „Das ist viel einfacher. Sie können [wie Postsendungen] nicht verloren gehen und es gibt eine größere Gewinnspanne, da sie nicht produziert werden müssen“.

Seine Leidenschaften leben

Ferdinand lebt und atmet das, worüber er spricht. Ganzheitlich. Er ernährt sich nicht nur gesund und ohne Fleisch, sondern treibt auch viel Sport. Kraftsport ist neben der veganen Ernährung Ferdinands zweite Leidenschaft.

„Holistic, that’s what it’s all about. Lifestyle choices. Vegan ist ja nicht das Einzige, sondern für mich das Mindeste, was man machen kann. Lifestyle choices ergeben so viel Sinn.“

Er selber hat dadurch eine Balance gefunden und möchte das gute Gefühl an andere weitergeben: „Ich bin einfach sehr leidenschaftlich darüber und teile das mit meiner Community, damit sich mehr Leute gesünder und bewusster ernähren und gesündere Lebensentscheidungen treffen“.

Routinen schaffen – auch unterwegs

Wie es sich für einen digitalen Nomaden gehört, reist auch Ferdinand viel. Zu Events mit Sponsoren. Oder einfach weil das Leben im Winter woanders schöner sein kann: „Bali ist mein Winterspot“. Dort verbringt er demnächst einige Monate, zum zweiten Mal dieses Jahr reist er schon dorthin. Aber seinen Lebensmittelpunkt möchte er dennoch in Berlin behalten: „Ich liebe Berlin sehr“.

Und wie ein normaler Tag bei Ferdinand aussieht?

Nach dem Aufstehen steht die Morgenroutine an, sprich eine neue Infografik oder einen Food-Post erstellen. Danach checkt er die Kommentare auf YouTube und interagiert mit seiner Community. Danach ist Zeit zum Trainieren. Nach dem Training arbeitet Ferdinand an seinem englischen Blog oder nimmt einen Podcast über seinen Alltag auf.

Bei all seinen Aktivitäten folgt er „seinem heißen Zeitpunkt“ und macht immer das, worauf er Lust hat. Vor allem experimentiert er viel. Zum Beispiel mit Wettkämpfen: „Ich bin gerade in Wettkampfvorbereitung, in 6 Tagen ist ‘men’s physique competition’ [WNBF in München]. Deswegen habe ich gerade ein Kaloriendefizit. Auch diese Erfahrungen teile ich auf YouTube und in den Social Media-Kanälen“.

In Social Media sichtbar sein

Ferdinand sagt, dass er sich vollzeit mit Social Media beschäftigt. Den ganzen Tag braucht er auch, um seine Konten in den sozialen Medien zu pflegen: Er hat insgesamt 5 Instagram-Konten, 3 YouTube-Kanäle und macht außerdem Podcasts auf Deutsch und Englisch. Auf Instagram und YouTube postet er täglich neue Inhalte: Seinen täglichen Vlog, Musikvideos, Kurzdokumentarfilme etc.

Die meiste seiner Kommunikation mit den Followern erfolgt auf Englisch, denn „damit erreicht man einfach viele Menschen mehr“. Besonders junge Menschen. Der Großteil seiner Community befindet sich in den USA. Zusätzlicher Bonus für ihn: „Es macht mir auch einfach Spaß, mein Englisch so zu verbessern“.

Der meiste Traffic zu seinem Store kommt aus Instagram und dem Vlog. Seine Hauptkanäle sind die Instagram-Accounts vegainstrength und vegainsfood, in denen er viele Infografiken und Rezeptvideos über die vegane Ernährung teilt. Diese werden gerne weiter geteilt, an „Freunde von Freunden und deren Freunde“. „Und sie kommen dann auf YouTube und lernen mich besser kennen. Und werden dann Vegan Savage“.

Mit seinen Instagram-Accounts erreicht Ferdinand bereits mehrere Hunderttausend Menschen. Vor Kurzem hat er auch einen eigenen Kanal für seine Kraftsport-Leidenschaft ins Leben gerufen, vegainsfit.

Hobby zum Beruf machen

Mit seinen 26 Jahren scheint Ferdinand bereits mehr als der durchschnittliche Mensch in seinem ganzen Leben erreicht zu haben. Wir wollten wissen: Was war sein größter Erfolg bislang.

„Ich mache Dinge, die mir Spaß machen. Würde ich daran gar nicht verdienen, würde ich genau das Gleiche machen, wie jetzt auch. Das empfehle ich jedem. Dann macht man sein Hobby zum Beruf. Es gibt nichts Schöneres, als wenn man morgens aufwacht und jeden Tag das machen kann, worauf man Bock hat und dafür bezahlt wird. Das hört sich so klischeehaft an, aber genau das mache ich.“

Und so wie es aussieht, findet nicht nur er das, was er macht, super: „Es ist einfach nur schön, wenn ich auf Events bin und 10 Leute sehe, die meine Klamotten tragen und megagut darin aussehen. Das ist ein cooles Gefühl“.

Jeden Tag etwas dazu lernen

Er achtet stets darauf, „eine gute Balance zwischen Input und Output“ zu haben und jeden Tag etwas dazu zu lernen: „Ich schaue zu, dass ich täglich Zeit zum Lesen, für Hörbücher und für Studien habe. … Auch meine Follower machen mich auf Sachen aufmerksam, um neuen Content zu kreieren“, erklärt er.

Langweilig scheint es bei Ferdinand nicht zu sein: „Meine Editorin hat mich letzte Woche besucht, wir haben Kurzdokumentarfilme gedreht. Ich arbeite gerade an einem neuen Ebook. Und studiere noch, nebenbei.“ Und sein Fernstudium zum veganen Ernährungsberater hat er kürzlich auch abgeschlossen. Man lernt schließlich nie aus.

Ferdinands Empfehlungen an E-Commerce-Anfänger

Offensichtlich ist Ferdinand erfolgreich, mit dem, was er macht. Wir wollten wissen, was er Neulingen im E-Commerce rät.

  • Tu das, was du liebst

Ferdinand plädiert dafür „seine Leidenschaft zu finden, nur dann macht es einem Spaß und dann macht man es auch wirklich gut. Mit Herzblut. Und daraus, was deine Leidenschaft ist, Content kreieren, auf deine eigene Weise“.

  • Fokus auf die Nische legen

„Ich würde den Leuten empfehlen, besonders am Anfang, den Fokus von sich selber wegzunehmen, mehr Wert auf ihre Nische zu legen. Durch Infografiken und Rezeptvideos ist da einfach ein Mehrwert für die Leute. Jeder isst und so viele Menschen interessieren sich für die vegane Ernährung.“

  • Teilbare Inhalte gestalten

Wie in seinem Falle Infografiken und Rezeptvideos. „Die gehen einfach durch die Decke, weil die so shareable sind, die haben teilweise Millionen von Impressionen und damit wachse ich am meisten.“

  • Mit swipeable Posts ins Detail gehen

Mit mehrseitigen Posts „kann man tiefer in Themen eintauchen“. „Eine komplexe Message einfach runterbrechen für Instagram. Dann sind Leute extrem glücklich und dankbar, dass sie auf Instragram waren, etwas gelernt haben und möchten das auch teilen. Keine Rocket science.“ Auf der letzten Seite gibt Ferdinand immer seine Quellen an und dort kann man sich bei Interesse weitere Informationen holen.

Sein Erfolgsrezept auf den Punkt gebracht: „Einfach guten Content machen, das wird dann auch belohnt“. Klingt einfach.

Neben auf Deutsch zu schreiben entdeckt Suvi am liebsten die Welt durch die Linse ihrer Kamera und bastelt Geburtstagskarten für ihre Liebsten.

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