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Marketing-Tipps

Copywriting-Tipps für deinen Store

Von am 21. Juli 2021 Lesedauer: 12 Minuten

Die Wörter, die du gerade liest, tragen eine schwere Last: Sie sind der einzige Weg, wie ich dich über diesen Bildschirm erreichen kann. Und dennoch, in jedem Moment kannst du das Interesse verlieren und wegklicken.

Als Store-Betreiber ist es wichtig zu wissen, wie du gute Texte verfasst: von Produktbeschreibungen, zu Social Media Posts, Blogs und Email-Newslettern. Egal was du schreibst, es hat einen Einfluss darauf, wie deine Kunden dich sehen. Und wenn es um Verkäufe geht, können deine Texte zu einem Verkauf oder einen verlorenen Kunden führen.

Das könnte dich auch interessieren: Schreibe eine Über uns-Seite, die in Erinnerung bleibt.

In diesem Blogbeitrag zeige ich dir was ich übers Schreiben, Editieren und Übersetzen gelernt habe und packe es in fünf grundlegende Schritte, die du für deine Schreib-Skills berücksichtigen solltest, wenn du möchtest, dass deine Kunden zurückkommen.

Das Verfassen von Texten beginnt mit der Recherche und einem  Brainstorming. Wenn du dann einen Entwurf hast, wird dieser mehrfach bearbeitet. Sobald dir der Text gefällt, fragst du nach Feedback, änderst ein paar abschließende Punkte und dann wird er veröffentlicht. Danach wird er analysiert und du überlegst dir, was du beim nächsten Mal besser machen kannst.

All diese Schritte sind normal und notwendig. Hab keine Angst davor und nimm dir Zeit dafür. Am Ende dieser Lektüre siehst du, dass es keine große Sache ist, diese Schritte Teil deines Alltags zu machen.  

Bevor wir jedoch mit den Tipps zum Texten anfangen, möchte ich drei weit verbreitete Schreibmythen aufklären, um den Druck von diesem Prozess zu nehmen.

Drei verbreitete Schreibmythen

Mein Ziel ist es, dir zu zeigen, dass es nicht erschreckend sein muss, deine Schrifstellerfähigkeiten zu verbessern.

#1 „Gut zu schreiben ist mühelos”

Falsch. Es ist eines der kompliziertesten Dinge, die wir als Spezies tun. Wie Vieles, bei dem es sich rentiert es gutzumachen, benötigt es Gehirnschmalz und Fokus.

Um die Vorurteile und falschen Annahmen zu brechen, darfst du Schreiben, aus kommunikativen Gründen, mit dem Schreiben als Fähigkeit, Kunstform und Tätigkeit nicht miteinander vertauschen und gleich setzen.

Die meisten von uns können ein Formular ausfüllen und unsere Freunde und Familie texten, aber nicht alle wissen, welche Wörter man wählt, um einen Konflikt zu deeskalieren oder wie man eine packende Geschichte schreibt (Englisch).

Selbst etwas Kleines wie ein Abonnement-Text ist eine Gelegenheit, eine Geschichte zu erzählen: Brother Vellies

Es gibt also die Fähigkeit, und dann gibt es die Fertigkeit. Diese Idee lässt sich auf alles anwenden, was Menschen sonst noch können.  Zum Beispiel, sicher, ich kann in einer Karaoke-Bar singen, aber kann ich auf der Bühne singen? Nö. Weil ich nicht die Fähigkeiten dafür habe. 

#2 Schreiben als Fähigkeiten ist eine Gabe” 

Es braucht mehr als eine „Gabe“, um mich von der Karaoke-Bar in die Semperoper zu bringen, und dasselbe gilt fürs Schreiben. Das Schreiben ist eine Fähigkeit wie jede andere auch, und es gibt nur einen Weg, sie zu erlangen: Übung.   

Hier ist eine kurze Liste, die für mich die ständigen To-dos eines Schriftstellers abdeckt. Und bevor du jetzt denkst, dass du keine Zeit für diese Dinge hast, du wirst sie schon finden. Versuche einfach, geduldig mit dir selbst zu sein, und denke daran, dass neue Gewohnheiten Zeit brauchen.

Alltagsgewohnheiten, um ein besserer Autor zu werden

Schreibe. Dazu gehört alles, vom Word Mapping und dem Anfertigen von Notizen bis zum Entwerfen, Bearbeiten und Fertigstellen. Mache es dir zur Gewohnheit und habe Spaß daran. 

Ich genieße es, mit der Hand zu schreiben. Daher stelle ich sicher, dass ich meine Bildschirmzeit mit Papierzeit mische. Ich schreibe in Google Docs, physischen Notizbüchern und auf Papierschnipsel, die so herumfliegen.

Hol dir Feedback. Das ist sehr wichtig und etwas unangenehm. Hol dir, von jedem, der dir über den Weg läuft, Feedback ein (deinem Team, Chef, deiner Familie oder Freunden), und frage sie nach ihrem ersten Eindruck, ihrem Bauchgefühl sowie nach Kommentaren zu Wortwahl und Satzbau.

Im Printful-Team ist es entscheidend, nicht nur von anderen Textern und engagierten Korrekturlesern Feedback zu bekommen, sondern auch von Teamkollegen, die Experten auf dem Gebiet sind und sachliche Fehler erkennen können.

Lies sowohl für dein Geschäft als auch für dein Vergnügen. Für das Geschäft werden es Nachrichten und Branchen-Updates sein. Diese geben dir Ideen für Strategien und Inhalte und ein Verständnis für die Bedürfnisse deiner Zielgruppe.

Zum Vergnügen, lies das, was dir gefällt, aber wähle etwas mit einem reichhaltigen Vokabular, was immer noch interessant ist, aber etwas außerhalb deiner Komfortzone liegt. Achte auf die Geschichten und Wörter, die dich zum Lesen anregen, und schreibe sie in deine Notizen.

In meiner Freizeit lese ich über Sprachen, Musik und Kunst und schiebe hier und da einen Roman ein. Manchmal mische ich das Lesen zum Vergnügen mit ein bisschen Schmerz und greife zu anspruchsvollen Klassikern wie „De rerum natura” von Lukrez.

Nutze Tools und nicht nur deinen Kopf. Keiner erwartet, dass du die gesamte Datenbank der Weltsprachen im Kopf hast, also nutze das Internet, sobald du auf etwas stößt, bei dem du unsicher sind. Benutze Wörterbücher und Lexika, benutze Google. Starte dein eigenes Notizbuch. Ehe du dich versiehst, wird das Nachschlagen ein untrennbarer Teil deines Schreibprozesses geworden sein. 

Meine Go-tos: Duden, The Free Dictionary und mein Lieblings-Hack: Google Suchoperatoren. 
Google-Suchoperatoren sind spezielle Befehle, die dir helfen, deine Suche einzugrenzen und genau das zu finden, wonach du suchst. Nehmen wir an, ich suche nach Möglichkeiten, das Wort Energie in meinem Text zu verstärken. Ich kann die Phrase in Anführungszeichen setzen, das gesuchte Wort durch ein Sternchen ersetzen und sogar die Website angeben, auf der ich die Suche durchführen möchte.

Die Suchergebnisse sagen mir dann, dass positiv, stark und unfassbar gute Wege sind, seine Energie zu beschreiben.

Verwende Google-Suchoperatoren, um nach Ausdrücken zu suchen.

#3 Editieren ist optional” 

Ich stehe hinter diesem Zitat von Hemingway: „Der erste Entwurf ist immer sche*ße.“ 

Meiner Erfahrung nach machen sich viele angehende Copywriter Sorgen, dass wenn sie sich nicht hinsetzen und fehlerfreie Sätze ausspucken können, sie nicht als Autoren geeignet sind. Natürlich sind sie das: Alles, was man braucht, ist eine radikale Selbstkorrektur der eigenen Arbeit und Übung.

Hier sind die zwei Absätze, die du soeben gelesen hast, bevor ich sie neu geschrieben habe. 

Das Zitat, auf das ich immer wieder gerne zurückkomme, ist dieses von Hemingway: Der erste Entwurf ist immer sche*ße.“  Und er hat absolut Recht. 

Ich habe das Gefühl, dass die meisten Leute Angst bekommen, weil sie denken, wenn sie sich nicht hinsetzen und direkt fehlerfreie Sätze produzieren können, sind sie nicht dafür geschaffen, Copywriter zu sein. Sicher sind sie das: Man muss nur daran arbeiten und seine Arbeit so radikal wie möglich editieren. 

Findest du nicht auch die bearbeitete Version besser?  

  • „Hinter etwas stehen” ist stärker als „gerne auf etwas zurückkommen” 
  • „Sich Sorgen machen” ist eleganter als „Angst bekommen, weil sie denken” 
  • „Fehlerfreie Sätze ausspucken” ist einschlagender als  „direkt fehlerfreie Sätze produzieren”
  • „Angehende Copywriter” zu spezifizieren, ist wesentlich besser, als das generelle „die meisten” 
  • (Und ein Haufen anderer Wörter im Entwurf sind völlig unnötig)

Wenn du hier aufhörst zu lesen, möchte ich dir diesen Tipp mit auf den Weg geben: Schreibe eine Reihe von Wörtern und schreibe sie so lange um, bis sie gut klingen. Jedes Überarbeiten ist die Zeit wert.

So viel zu den Mythen. Hier kommen die fünf Schritte, die du befolgen solltest, um gut zu schreiben. 

Schritt eins: Inhalts-Recherche 

Du bist nicht bereit zu schreiben, bevor du nicht genug nachgedacht hast, um zu wissen, warum du schreibst und für wen du schreibst. Ohne Ziel gibt es nichts zu schreiben. 

Um deine Recherche zu beginnen, stelle dir diese drei Fragen. 

1. Warum schreibst du? 

Mögliche Antworten: Bildung, Unterhaltung, um eine Handlung zu verursachen, um ein Problem zu kommunizieren. 

Das „Warum“ zu kennen, hilft bei der Entscheidung über den Umfang des Themas, den Ton der Nachricht und die Handlungsaufforderung (Call to Action, kurz CTA). 

Eine klare CTA an den Leser ist ein Muss. Wenn du möchtest, dass er etwas tut (einen Link klicken, sich anmelden, Feedback geben, den Kundendienst kontaktieren), musst du ihm das sagen. Gib nur nicht zu viele Anweisungen auf einmal, denn es könnte den Leser überwältigen und er wird nichts davon tun.

2. Für wen schreibst du? 

Mögliche Antworten: bestehende/potentielle Kunden, bestehende/potentielle Geschäftspartner, Follower in den sozialen Medien, Teamkollegen. 

Zusätzlich zu allem, was du gerade über das „Warum“ gelesen hast, hilft dir die Kenntnis des „Wer“ bei der Entscheidung über Länge, Schwierigkeit und Wortwahl.

3. Wo werden die Leute es lesen? 

Mögliche Antworten: Website, Social Media, Email, Blog, Team-Chat, Google Doc, Poster; Desktop vs. Handy.  

Das „Wo“ zu kennen, hilft bei der Entscheidung über das Layout, die Formatierung und das Bildmaterial für den Text und bringt dich dazu, über die Lesbarkeit nachzudenken. Denke auch an Elemente wie SEO oder die Ansicht auf Mobilgeräten.

Lies auch: Wie du deinen Store auf Mobilgeräte anpasst.

Schau dir bymegancrosby.com an: Die Schriftgröße und die Textlänge sind so gewählt, dass das saubere, offene Layout der Website respektiert wird

Um den Gedankengang hinter diesen Fragen zu veranschaulichen, nehmen wir doch einfach diesen Blogbeitrag als Beispiel. 

Marianna, warum schreibst du? 

Um zu informieren und zu motivieren. Ich möchte unseren Lesern helfen, ihre Schreibziele zu erreichen. Ich glaube, dass gute Schreibfähigkeiten in allen Bereichen des Lebens nützlich sind. 

  • Umfang des Themas: Schreibgrundlagen, auf die man nicht verzichten kann. 
  • Ton des Textes: Zwanglos und doch lehrreich; ich möchte, dass es eine Ressource ist, die man sich abspeichert und keine einmalige Darlegung meiner eigenen Meinung. 
  • Call to Action: Teile dein Feedback in den Kommentaren und probiere die Tipps selbst aus.  

Für wen schreibst du?  

Ich schreibe für Anfänger und fortgeschrittene Autoren. Erstens: Printful-Blog-Follower, insbesondere E-Commerce-Geschäftsinhaber, die die Texte für ihre Marke verbessern möchten. Zweitens: alle, die auf der Suche nach Tipps zum besseren Schreiben über diesen Blog stolpern könnten.  

  • Länge: Da ich möchte, dass die Texte einfallsreich und einladend sind, ist die Anzahl der Wörter für mich keine große Sache (solange ich sie nicht in eine Enzyklopädie verwandle). 
  • Schwierigkeit: Dieser Leitfaden ist für Anfänger gedacht, daher halte ich die Konzepte einfach und gebe so viele Beispiele wie möglich.  
  • Wortwahl: Auch hier gilt, dass es sich um einen Leitfaden für Anfänger handelt, daher vermeide ich Fachausdrücke und erkläre die Dinge so, dass sie (hoffentlich) jeder versteht. 

Wo werden die Leute es lesen? 

Der Printful-Blog. Könnte auf dem Desktop sein, könnte auf dem Handy sein. Ich halte mich an die Formatierungskonventionen des Teams und denke über die Länge meiner Abschnitte und Absätze nach, damit der Blog leicht zu überfliegen ist. 

Einfach, oder? Und sobald du weißt, für wen du schreibst und was du sagen willst, kannst du zu Schritt zwei übergehen.

Schritt zwei: der erste Entwurf 

In der Entwurfsphase schaut niemand zu. Es gibt nur dich und die Leere. 

Schreib alles aus. Mach einfach weiter und kritzle Wörter auf das Dokument. 

Teste Dinge wie:  

  • Entwirf die Gliederung deiner Nachricht mithilfe von Aufzählungspunkten
  • Lege alle Fakten, Zahlen und alle anderen Details dar, die du einbeziehen musst  
  • Spreche deine Ideen laut aus und schreibe sie Wort für Wort auf 
  • Füge nützliche Phrasen ein, die du bei deinen Recherchen gefunden hast
  • Verwende eine Farbcodierung, um die wichtigsten Informationen hervorzuheben

Schließlich wird sich eine Struktur zeigen. Verschiebe deine Sätze so lange, bis das Ganze anfängt, lesbar auszusehen und setze es immer wieder neu zusammen, bis du das Gefühl hast, dass die Ideen da sind und es gut klingt.

Schritt drei: Editieren

Sobald du deinen Kopf frei gemacht hast, ist es an der Zeit, die eigentliche Arbeit zu tun. 

Beim Editieren steht der Autor ganz im Dienste des Lesers: Alles, was du hinzufügst, entfernst oder umformulierst, soll dem Leser einen Nutzen bringen. Hinterfrage beim Editieren jedes Wort, das du geschrieben hast und überlege, wie es mit dem „Warum“, „Wer“ und „Wo“ zusammenhängt, das du in der Recherchephase definiert hast. 

Aber was bedeutet es, einen Mehrwert für den Leser zu schaffen? Ich denke, es bedeutet, so viele Lesehindernisse wie möglich zu beseitigen, damit sich die Person auf deine Ideen und nicht auf deine Worte konzentrieren kann. Genauso, wie du möchtest, dass ein Kinobesucher die Geschichte auf der Leinwand zu schätzen weiß, anstatt seine Zeit damit zu verbringen, auf Kontinuitätsfehler, CGI-Fehler oder schlechtes Schauspiel hinzuweisen. 

Werfen wir einen Blick auf einige der größten Hindernisse beim Schreiben, wie sie sich für den Leser anfühlen und wie man sie beseitigen kann.   

Hindernis: Ich-bezogener Schreibstil 

Wie es sich für den Leser anfühlt: Na und?“ 

Das Schreiben beginnt manchmal mit dem falschen Fuß. Der Copywriter denkt sich vielleicht: „Ah, ich muss einen Social-Media-Beitrag über diese Produkteinführung schreiben! Was soll ich sagen?“

Fokussiert, aber uninspiriert, legt der Autor seine Fakten dar, in einer Reihe an wohlklingenden Worten. Das Ergebnis ist eine Präsentation von langweiligen Fakten, auf die der Kunde nicht reagiert.

Um die Barriere zu entfernen, ändere deine Denkweise. Du schreibst nicht für dich selbst oder für Social Media, du schreibst für den Leser. Beginne also mit der Person, nicht mit der Art des Inhalts. Denke: „Oh cool, hier ist ein neues Produkt, das unsere Follower ausprobieren sollen. Worauf stehen sie gerade?“ 

In diesem Tweet von Burger King merkt man, dass es damit begann, dass der Tweeter darüber nachdachte, auf welchen Kommunikationsstil der Kunde steht, und nicht auf den Relaunch der Cheesy Tots.

@BurgerKing

Wenn der Schreiber es für sich selbst geschrieben hätte, würde der Tweet wahrscheinlich eher so aussehen:

Photoshop und nicht der tatsächliche Tweet von Burger King!

Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass wir hier von Cheesy Tots sprechen, also würde der Tweet wahrscheinlich immer noch funktionieren – aber du verstehst, was ich meine. Um für den Kunden zu schreiben, sei der Kunde. 

Hindernis: Zu viele Wörter 

Wie es sich für den Leser anfühlt: zu lang, hab’s nicht gelesen

Wenn du etwas in weniger Worten erklären kannst, dann mach das. Denn je mehr Wörter du verwendest, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass deine Leser müde und frustriert werden. 

Diese Barriere zu beseitigen bedeutet nicht, alles zu verdummen. Schau einfach, ob du eine einfachere Alternative zu dem schreiben kannst, was du sagen willst.  

Um einfachere Wörter zu verwenden, versuche diese Tipps, wie sie von George Orwell formuliert wurden:

  • Verwende niemals ein langes Wort, wenn ein kurzes ausreicht.
  • Wenn es möglich ist, ein Wort herauszuschneiden, schneide es immer heraus.
  • Verwende nie das Passiv, wenn du das Aktiv verwenden kannst.
  • Verwende niemals eine ausländische Phrase, ein wissenschaftliches Wort oder ein Jargon-Wort, wenn du eine alltägliche Entsprechung finden kannst.

Wenn du Mr. Orwells Anleitung folgst, siehst du, dass dein Schreiben lockerer wird und weniger eine mentale Barriere darstellt. Ein paar Beispiele:  

  • Wir haben kürzlich die von uns verwendete Vorbehandlungslösung geändert. (Begriff/Jargon) 
  • Wir haben kürzlich die von uns verwendete Tintenbasis geändert. (alltägliches Äquivalent)
  • Ja, es wird sich darum gekümmert. (Passiv) 
  • Ja, wir kümmern uns darum. (Aktiv) 
  • Diese Poster werden jeden Büroraum vitalisieren. (Fremdwort) 
  • Diese Poster werden jeden Büroraum beleben. (Alltagsäquivalent)
  • Monika lief sehr schnell zur Treppe. (mehrere schwache Wörter)
  • Monika rannte zur Treppe. (ein kurzes, starkes Verb) 

Je mehr du jedoch schreibst, desto mehr siehst du, dass es bei der Wahl zwischen dem „größeren“ oder „kleineren“ Wort kein wirkliches „richtig“ oder „falsch“ gibt. Es gibt nur die Frage des Lesers. 

Aus diesem Grund ist es in Ordnung, wenn akademische Texte Hardcore-Branchenjargon enthalten und wenn Tik-Toker Slang verwenden: das Publikum ist damit einverstanden. 

Hindernis: schlechte Struktur   

Wie es sich für den Leser anfühlt: Wo kommt das auf einmal her“ oder Wie bin ich hierhergekommen“

Erinnerst du dich an den Entwurfsmodus, bei dem du Wörter und Sätze neu zusammensetzt, bis sie einen Sinn ergeben? Hinterfrage die Anordnung bis zum Ende des Editieren, besonders wenn du mehrere Ideen in deinem Text abdeckst.  

Jeder Text ist ein sich wiederholendes Muster dieser Struktur: Einleitung, Hauptteil, Schluss.

Dieser Blogbeitrag ist keine Ausnahme: Meine Sätze, Absätze, Abschnitte (und sogar Wörter) folgen dieser Struktur, um dich vom Anfang, durch den Beitrag bis hin zum Ende zu führen.    

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Ideen nicht „klick“ machen, achte genau darauf, welche Wörter du verwendest, um deine Ideen auszudrücken und wie sie von einem zum anderen fließen. Um eine wackelige Struktur zu beheben, schiebe deinen Text immer wieder um, bis Idee A auf einem soliden Intro, Hauptteil und Schluss aufgebaut ist und den Leser zu einer ebenso soliden Idee B führt und so weiter. 

Oder du musst dich damit abfinden und die Idee, die den Fluss stört, entfernen. Immer wenn ich schreibe, wird die letzte Seite des Google-Dokuments zu meinem Editierungsfriedhof. Dorthin verschiebe ich alle Sätze, die mir beim Schreiben sinnvoll erschienen, beim Editieren aber immer weniger Sinn ergaben. 

Wenn ich weiterschreibe, finden einige der Ideen, die ich abgeschafft habe, ihren Weg zurück in den Text, aber manchmal sind sie für immer verloren. Sogar bei der Bearbeitung dieses Blogs wurden einige Teile meines ursprünglichen Intros verworfen, nur um als Schluss wiedergeboren zu werden.

Hindernis: schlechter Rhythmus 

Wie es sich für den Leser anfühlt: Moment, ich muss das nochmal lesen“

Schreiben basiert auf Rhythmus, genau wie das Sprechen. Wenn du möchtest, dass deine Nachricht reibungslos abläuft, musst du reibungslose Rhythmusmuster erstellen.

Diese Bestellbestätigungs-Email von Nike hat sowohl beim Lesen als auch beim Sprechen einen guten Fluss.

Um den Text leicht aufzunehmen, variiere lange Sätze/Absätze/Wörter mit kürzeren. Wenn du alles gleich lang hältst, wird der Text nicht nur eintönig und langweilig, sondern auch schwer lesbar. 

Schau dir an, was mit dem letzten Absatz passiert, wenn ich den Wort-Rhythmus ignoriere:

Dies bedeutet Folgendes. Wechsle lange Phrasen mit kürzeren ab. Wenn du das nicht tust, wird der Text eintönig. Er wird auch eher langweilig. Und er ist schwer zu lesen. 

Und nun ein Beispiel auf der Wortebene (themenunabhängig). Abgesehen von der Wortwahl, was ist visuell leichter aufzunehmen?   

  • Folgende von mir als äußerst genießbar klassifizierte Eisgeschmacksrichtungen: 
  • Diese Geschmacksrichtungen von Eis, genieße ich am meisten:

Hier ist die zweite Variane einfacher zu verstehen. Aber wie lässt sich diese Barriere beseitigen? Lies deine Arbeit laut vor. Wenn es gesprochen schlecht klingt, wird es auch beim Lesen schlecht „klingen“.  

Schritt vier: Fertigstellung und Feedback

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Text den Leser dazu bringt, das zu tun, was du willst, lies alles ein letztes Mal, bevor du es für ein Feedback abschickst. Wenn du alleine im Team bist, versuche, deine Kopie an jemanden aus deinem Freundes- und Familienkreis zu schicken.

Schließe den Text so weit wie möglich ab, damit du keine unklaren Stellen hast, an denen du deinen Korrekturleser erklären musst, was damit gemeint ist. Denke daran, dass du bei den echten Lesern nicht die gleiche Freiheit hast!  

  • Entferne unnötige Wörter, die deine Botschaft nicht unterstützen oder dem Leser nicht helfen.
  • Prüfe, ob du Ausdrücke kürzen oder vereinfachen kannst. 
  • Prüfe, ob dein Text von einer Idee zur nächsten fließt
  • Achte darauf, dass du kurze mit längeren Sätzen mischt
  • Verwende Sprach-Tools, um Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu überprüfen. 
  • Achte auf die Verwendung der aktiven und passiven Stimme
  • Lies den Text laut vor
  • Überprüfe das Layout des Textes
  • Lies die Nachricht als Leser. 

Wenn du an den Punkt kommst, Feedback zu bekommen, hab keine Angst und sei offen. Die ersten Kommentare mögen schmerzen, aber wehre dich nicht dagegen und nimm sie nicht persönlich. 

Nutze dies als Gelegenheit, das Geschriebene zu verbessern und schätze die Tatsache, dass du die Chance hattest, dein Schreiben in einem sicheren Umfeld zu testen, bevor du es den Löwen vorwirfst.

Schritt fünf: Ergebnisse analysieren

Nachdem dein Text in der realen Welt die Runde gemacht hat, lautet die große Frage: Hat er erreicht, was du erreichen wolltest? 

Hat dein Kollege auf die Email geantwortet? Haben deine Instagram-Follower deinen Beitrag geteilt? Haben deine Kunden den Rabattcoupon eingelöst?

Egal ob die Antwort „ja“ oder „nein“ lautet, analysiere das Ergebnis deiner Arbeit und versuche herauszufinden, was passiert ist. Nur wenn du die Leistung deiner Texte im Auge behältst, kannst du fundierte Entscheidungen darüber treffen, was du als Nächstes schreibst. 

Wenn du z. B. Social-Media-Content schreibst, kannst du eine Tabelle erstellen, in der du die Metriken, die dich interessieren (Conversions, Engagement usw.), und alle Elemente deiner Posts eintragen, z. B.:

  • Ziel des Beitrags (informieren, unterhalten, bewerben)
  • Textlänge (kurz/lang)
  • Nachrichtenton (locker/neutral/formal) 
  • Call to Action (Liken/Teilen/Kommentieren/Abonnieren/Klicken/Bestellen/keine Aufforderung zum Handeln) 
  • Visuell (Mockup/Foto/Kundenfoto/Illustration/Infografik/keine Grafik)

Wenn du also mit einem Beitrag konfrontiert wirst, der nicht so gut gelaufen ist, kannst du zurückblicken und sagen: „Ah, vielleicht war ich zu wortreich oder zu unverblümt“ oder „Ich hätte nicht all diese ausgefallenen Wörter verwenden sollen“ oder „Ich hätte einfach ein bisschen mehr Spaß damit haben können.“ 

Und manchmal geht es auch nicht um den Text, sondern um den Kontext. Es könnte sein, dass du in der Recherchephase das Ziel verfehlt hast. Vielleicht war das Bildmaterial miserabel. Oder vielleicht war das Timing daneben. Es ist etwas anderes in der Welt passiert, das interessanter war als das, worüber du geschrieben hast. 

Wie du siehst, gibt es jede Menge Faktoren, die dein Schreiben beeinflussen können. Je mehr du dir dies zur Kenntnis nimmst, desto einfacher wird es für dich sein, Fehler zu beheben und zu experimentieren. Wenn du experimentierst, denke daran, immer nur ein Element zu ändern, damit du weißt, was du misst. 

Wie man gut schreibt: die Quintessenz

Hoffentlich kannst du mir inzwischen zustimmen, dass das Schreiben viel einfacher wird, wenn du vom Schreiben für dich selbst zum Schreiben für den Leser wechselst. Und dass es noch einfacher wird, wenn du akzeptierst, dass gutes Schreiben mit viel Nachdenken beginnt, sich entfaltet und endet. 

Die Phasen des Schreibens, die zu einem guten Text gehören – Recherche, Entwurf, Editieren, Fertigstellung und Analyse – sind nicht ohne Grund da. Sicher, man kann sie überspringen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Dinge, die man verpasst, einen wieder heimsuchen, wenn der Text fertig ist. 

Was ist für dich die größte Herausforderung beim Schreiben? Welche Tipps hast du aufgeschnappt, von denen du denkst, dass sie für andere Autoren, die das hier lesen, nützlich sein könnten? Hinterlasse deine Gedanken in den Kommentaren unten. Ich freue mich, deine Meinung zu hören!

Marianna Zvaigzne is the Head of Brand Language at Printful. With the help of her team, she’s pinning down what it means to “sound like Printful” and keeps Printful copywriters on their toes with animated editing sessions and writing workshops.

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