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Marketing-Tipps

Green Marketing: Warum es sich rentiert

Von Lesedauer: 6 Minuten

Alles wird grüner: Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden heute immer beliebter und gewinnen an Bedeutung unter der Bevölkerung. Nicht nur privat suchen die Leute nach nachhaltigeren Lebensweisen und Produkten, auch Firmen springen auf den Zug auf und gestalten ihre Geschäftsräume und Arbeitsweisen umweltfreundlicher und gesünder. 

Aus diesem Grund überrascht es nicht, dass dieses Thema auch im Marketing mehr und mehr Aufmerksamkeit gewinnt. Laut einer Umfrage würde fast die Hälfte der Deutschen für nachhaltig gestaltete Produkte tiefer in die Tasche greifen. 

Auch wenn Verpackungen und erneuerbare Energien wichtige Umweltfaktoren sind, die Unternehmen berücksichtigen sollten, machen das nicht alle von ihnen. Green Marketing (auch bekannt als Grünes Marketing, Nachhaltigkeitsmarketing oder Öko Marketing) bezeichnet Kampagnen und Kommunikationen, die darauf abzielen, die Nachhaltigkeit der Produkte und Dienste eines Unternehmens aufzuzeigen.

In diesem Artikel erkläre ich dir, was Green Marketing ist und worauf du achten solltest, wenn du die umweltfreundlichen Aspekte deiner Marke hervorheben möchtest.

Warum es interessant ist

Green Marketing gibt es bereits seit einer Weile. Edeka beispielsweise hat bereits vor über 10 Jahren angefangen, seine Marketingstrategien mit mehr Fokus auf Nachhaltigkeit zu gestalten. Angefangen hatte die Einzelhandelskette damals mit einer Kooperation mit dem WWF. Zusammen verfolgen sie das Ziel, den „ökologischen Fußabdruck von EDEKA deutlich zu reduzieren” sowie das Unternehmen und die Produkte nachhaltiger zu gestalten. Hierzu arbeiten sie darauf hin, mehr umweltverträgliche Verpackungen aus Holz, Papier und Tissue zu verwenden.

Quelle: Edeka

Wie vorhin bereits angemerkt, ist der Trend zu nachhaltigen Produkten auf der Überholspur. Unternehmen können dadurch sich selbst und ihre Produkte attraktiver für Personen gestalten, die besonderen Wert darauf legen. 

Im Jahr 2020 achteten rund zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland auf Nachhaltigkeit bei Unternehmen. Die Zielgruppe ist groß und kann den Erfolg eines Produktes entscheiden.

Das Ziel für viele Unternehmen und Personen ist es, nachhaltiger zu leben und unseren Planeten zu bewahren. Für Store-Besitzer ist es eine gute Möglichkeit als gutes Beispiel voranzugehen und aktiv zum Umweltschutz beizutragen, um zu zeigen, wie man auf eine grünere Zukunft hinarbeiten kann.

Tatsächlich kann Green Marketing eine Vielzahl an ökonomischen Vorteilen für Unternehmen bieten:

  • höhere Wettbewerbsfähigkeit 
  • geringere Produktionskosten dank ressourcenschonender Produktionsverfahren 
  • engere und langfristige Kundenbindung

Das sind nur ein paar Punkte, die du im Hinterkopf behalten solltest, wenn du deine Kampagnen planst. 

Was solltest du beachten?

Einige Experten kritisieren, dass Green Marketing darauf abzielen sollte, etwas zurückzugeben und keine Umsätze oder Profite zu erzielen. Dies wird so auch von der Öffentlichkeit spürbar angefragt und erwartet. Der Autor Jörg Tropp schreibt in seinem Buch „Moderne Kommunikationsdisziplinen“, dass Unternehmen vor der Herausforderung stehen, etwas Gutes zu tun und davon zu profitieren, ohne eine negative Reaktion beim Kunden auszulösen.

Im Klartext bedeutet das ganz einfach, dass du bei deinen Kampagnen zum Nachhaltigkeitsmarketing nicht darauf abzielen solltest, Verkäufe zu generieren. Dies bedeutet nicht, dass derartige Kampagnen zwecklos sind. Sie sind hervorragend, um deine Markenbekanntschaft zu vergrößern, deine Markenimage aufzubauen und die Kundentreue zu stärken. 

Lies auch: 5 Maßnahmen zur Kundenbindung und Markenloyalität 

Als Markeninhaber musst du dir daher überlegen, wie du deine Kampagnen gestaltest und dabei die Spalte zwischen umweltbewusstem, nachhaltigem Engagement und Umsatz-fördernden Marketing zu überbrücken. Du gewinnst das Verständnis deines Publikums am besten, indem du transparent bist.

Grünes Marketing kann daher auch einige Gefahren mit sich bringen, wenn du unachtsam bist. Der Grat zur Nachhaltigkeit ist schmal. Wenn Kampagnen nach hinten losgehen, kann es sein, dass du einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken erhältst oder deine Kunden vergraulst. In einigen Fällen können sogar Geldstrafen drohen.

Lies unseren Beitrag über Greenwashing und erfahre, was du vermeiden solltest.

Green Marketing Beispiele

Glückwunsch! Du hast dich für Green Marketing entschieden und möchtest einen Schritt weiterer in Richtung Nachhaltigkeit und zur Erhaltung unseres Planeten gehen. 

Wenn du dein Nachhaltigkeitsmarketing planst, denke daran, dass diese Kampagnen und Initiativen ohne großes Branding aufgebaut werden sollten. Das bedeutet, dass hierbei nicht deine Marke im Vordergrund stehen sollte und du nicht darauf abzielst, etwas zu verkaufen. Schauen wir uns ein paar Öko Marketing Beispiele an:

Spenden oder Spendenaufrufe

Eine der wohl bekanntesten Kampagnen für Marketing und Nachhaltigkeit sind Spendenaktionen und Spendenaufrufe. Die Spenden können an Vereine gehen, die sich für die Umwelt einsetzen, oder auch an spezifische Projekte. Hierbei solltest du darauf achten, dass die Art der Spende zu deiner Firma und Marke sowie den angebotenen Produkten passen.

Die ausgewählten Vereine oder Organisationen sollten daher möglichst groß und bekannt sein, denn je größer der Name, desto umfangreicher der Effekt. Dies ist zumindest bei größeren Unternehmen der Fall. Für kleinere Marken kann es durchaus sinnvoll sein, sich eher im regionalen Bereich zu engagieren. Der ausschlaggebende Punkt hierbei ist deine Zielgruppe.

Achte unbedingt darauf, Informationen über die Spenden in deine Marketingmaßnahmen zu integrieren. Wenn du langfristig oder sogar dauerhaft spendest, kann es dazu beitragen, bei potenziellen Käufern eine höhere Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Ansonsten läufst du Gefahr, Greenwashing zu betreiben.

Als Subkategorie für Spendenaufrufe gehören Aktionen, bei denen du den Erlös (oder einen Teil davon) an wohltätige Zwecke spendest. Insbesondere für kleine Marken ist dies ein guter Einstieg in das Green Marketing. Such dir eine Hilfsorganisation aus, die deine Ziele vertritt oder ein Problem beheben möchte, das dir am Herzen liegt. 

Quelle: A⁴ Cosmetics

Die Kosmetikkette A⁴ Cosmetics bezieht Arganöl für ihre Produkte von einer Frauenkooperative in Marokko. Aus diesem Grund spenden sie 0,50 € pro verkauftem Lipbalm an die Initiative und ermöglicht es den Frauen so, ihre Arbeit weiter auszubauen.

Zusätzlich spenden sie 1 € für jede verkaufte Augencreme an die Sheabutter-Kooperative in Ghana. Mit dem Projekt versuchen sie, für Frauen abgelegener Dörfer durch Arbeit, die seit Jahrhunderten in ihrer Tradition verwurzelt ist, eine Einkommensquelle zu schaffen.

Wenn du dich für eine (oder mehrere) Organisation entschieden hast, erstelle eine gesonderte Landing Page. Erkläre auf dieser Seite das Vorhaben genauer und, um so wichtiger, zeige ehrlich und transparent die Spenden, auf die du der Organisation zuschickst. Als großes Extra: Spenden können von der Steuer abgesetzt werden.

Kooperationen mit Umweltschutzorganisationen

Eine weitere Variante, für längerfristige Ergebnisse, sind Kooperationen mit Umweltschutzorganisationen. Der WWF arbeitet zum Beispiel mit mehreren Firmen zusammen, um verschiedene Bereiche zu verbessern und nachhaltiger zu gestalten. Du kannst bei der Organisation um eine Beratung bitten, um deine Abläufe zu optimieren.

Ebenfalls ermöglichen sie die die Nutzung der Logos des Vereins. Du kannst dieses Logo auf deiner Website und deinem Marketing einbauen und somit weitere Kunden erreichen, die daran interessiert sind. Viele umweltbewusste Käufer kennen die Logos solcher Organisationen und alleine die Präsenz in deinen Kampagnen ist ein Erfolg für dich und deine Marke.

Der Naturkosmetikhersteller Sante startete im Januar 2021 eine Kooperation mit dem WWF, um Luchse in Deutschland wieder anzusiedeln und zu etablieren. Das Projekt wurde von der Firma bewusst gewählt, denn „besonders die heimischen Wälder liegen der Marke SANTE, hergestellt in Deutschland, am Herzen.”

Quelle: WWF

Bei einer Kooperation musst du keine nationalen oder Internationalen Projekte wählen. Erkundige dich in deiner Umgebung nach einigen Hilfsprojekten oder Einrichtungen zur Förderung. Möglicherweise bietet das örtliche Tierheim eine Option an oder eine Einrichtung zur Aufrechterhaltung eines lokalen Waldes, Parkes, oder ähnliches. Du wirst sicherlich etwas Grünes finden.

Hilfsaktionen

Alternativ kannst du dich auch für eine Kampagne entscheiden, die keinen Bezug zu deinen Produkten haben. Du kannst zum Beispiel direkt etwas für die Nachhaltigkeit unternehmen. Hierbei solltest du jedoch darauf achten, dass der Bezug zu dir und deiner Marke besteht.

Auf diese Weise wird der Name deiner Marke und deine Produkte bekannter gemacht und eine gewünschte Zielgruppe wird darauf aufmerksam. Einige Beispiele hierfür sind: 

  • Bäume pflanzen
  • Aktionen für den Tierschutz
  • Aktionen für den Regenwald

Ein Beispiel hierfür ist die Konsumgütermarke share, die pro Verkaufte Rolle Küchen- und Toilettenpapier einen Baum pflanzt und Menschen in Not hilft. Auf ihrer Seite zeigen sie auf, wo, wie viele Bäume gepflanzt wurden. Zusätzlich bieten sie einen Newsletter an, der regelmäßig über die Fortschritte berichtet. 

Falls du einen ähnlichen Newsletter planst, solltest du die Daten und die Werbefläche jedoch nicht dazu missbrauchen, Produkt-Promos an deine Kunden zu schicken.

Quelle: share

Ein weiteres gutes Beispiel ist der Bekleidungshersteller The North Face, der sich dafür einsetzt ein, den Earth Day zu einem Feiertag zu machen. Das ist eine hervorragende Idee, da der Festtag zu ihrer Markenbotschaft passt, den Planeten zu entdecken und die schönen Seite der Erde zu bewahren.

Mitmach-Aktionen

Falls du etwas mit suchst, dass schnellere Resultate liefert, kannst du eine interaktive Aktion starten. Die wohl bekannteste und einfachste ist, ein Event, bei dem du in einem (Natur-) Gebiet Müll aufsammelst. Du kannst dies gemeinsam mit Leuten machen, denen das Gebiet am Herzen liegt. 

Bewerbe deine Aktion vorher auf den sozialen Netzwerken und frage nach Freiwilligen, die dir tatkräftig unter die Arme greifen. Die Beteiligten könnten zudem gewisse Rabatte erhalten oder ein Giveaway. Achte jedoch darauf, dass die Präsenz primär auf der eigentliche Tat liegt. Dein Ziel jedoch ist nicht, damit viral zu gehen. Ebenfalls solltest du nicht enttäuscht sein, wenn die Aktion nicht so abläuft, wie du es dir erhoffst. Am Ende geht es darum etwas Gutes zu tun.

Sobald das Event vorüber ist, kannst du dies nachträglich weiterhin als Marketing-Tool verwenden. Ein großer Zulauf zeigt dir beispielsweise, dass dein Thema von Interesse ist und auf eine gute Resonanz bei deinen Kunden oder Followern stieß. Damit kannst du eine gewisse Bekanntheit für deine Marke und Bedeutung für dein Unternehmen aufbauen.

So hat beispielsweise Vischers Kulturladen erneut seine Follower dazu eingeladen, mitzuhelfen, einen Ortsteil der Stadt Nürnberg aufzuräumen. Gemeinsam mit der Stadt und anderen Unternehmen haben sie dieses Vorhaben beworben und dokumentiert. 

Quelle: Vischers Kulturladen

Du bist dran!

Wie du siehst, lassen sich viele dieser Kampagnen miteinander verbinden. Achte beim Planen dieser Kampagnen darauf, dass du das wesentliche Ziel nicht aus den Augen verlierst: Der Umwelt zu helfen. 

Berichte uns von Green Marketing Kampagnen, die du bereits ausgeführt hast, oder teile deine Ideen mit uns. Wir haben schließlich nur einen Planeten, um den wir uns alle kümmern sollten.

Mit einem Hintergrund als Fremdsprachenkorrespondent und globaler Wirtschaft fand Thomas seinen weg ins Marketing. Nun schreibt er über alles, das mit E-Commerce, Digital Marketing und SEO zu tun.

Comments

  1. Christiane

    Hallo,
    als Shop- Owner für vegane Produkte interessiert mich sehr, wie es um die eingesetzten Färbemittel steht. Sind diese vegan? Ich freue mich auf eine kurze Info, ob dies der Fall ist.

    Herzlichen Dank

    Christiane

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